Leckerchen #1

Hallo ihr Lieben!
 Habt ihr Lust auf ein kleines Leckerchen meiner neuesten Geschichte?

Wie immer würde ich mich wirklich sehr über Kommentare und eure Meinung dazu freuen!
Also nicht vergessen ;)

*Vorhang-aufzieht*



1. Kapitel

»Jede dunkle Nacht hat ein helles Ende.«




Regen trommelte schwer auf das Wellblechdach der Garage. Ein rascher Blick aus dem Fenster reichte nicht aus, um die andere Straßenseite zu erkennen. Zu dunkel war die Nacht; zu heftig der Regen, der nicht mehr aufhören wollte. Ein Regen als nahte der Weltunteruntergang jede Sekunde gepaart mit einem heftigen Sturm, der sein Unwesen draußen in der finsteren Nacht trieb und wegen dem Eve morgen alle Hände voll zu tun haben würde. All die Schäden die das Unwetter angerichtet haben würde! Dabei war sie an dem kommendes Abend auf eine Feier ihrer Freundin eingeladen. Hoffentlich stehen die Telefonleitungen morgen noch, dachte Eve aufgeregt und sie spielte mit dem Gedanken, schnell wieder unter ihre Bettdecke zu schlüpfen und sich zu verstecken. Ihre Füße spürte sie bereits nicht mehr. Sie zitterte und blickte sich um, denn plötzlich verspürte Eve ein eigenartiges Ziehen in ihrer Magengegend. Eigentlich war das sich umschauen in ihrem kleinen Zimmer zwecklos, es war so dunkel und kein Licht brannte, dennoch erschien es ihr immer noch viel heller als die Nacht hinter ihrem Fenster. Sie konnte ihre Kommode erkennen und sogar, wenn sie sich anstrengte und die Augen zusammenkniff, den Schreibtisch in der hinteren Ecke des Zimmers.
Da! Ein Blitz zuckte über den pechschwarzen Himmel. Für einen Sekundenbruchteil war alles gleißend hell. Für einen Wimpernschlag konnte Eve einen alten Mann draußen im strömenden Regen mitten auf der Straße stehen sehen. Er stand dort mit nackten Füßen und schaute ihr in die Augen; eine große Narbe leuchtete im Schein des Blitzes mitten in seinem Gesicht. Sie starrte mit offenem Mund nach draußen auf die Straße und rieb sich über ihre Augen. Da war niemand. Oder dort war niemand mehr.
Der Donner folgte krachend und erbarmungslos zugleich. Ruuumps! Eve kniff die Augen zu und schüttelte ihren Kopf. Du bist übermüdet, sonst nichts!, brachte sie sich selbst zu Raison. Sie tappte wieder zurück in ihr Bett und schlug sich die Decke über den Kopf. Wälzte sich auf den Bauch, dann auf den Rücken, zog ihre eisigen Füßen dicht an den Körper und versuchte das Bild des Mannes aus ihrem Kopf zu verbannen. Sein harter Blick aus seinem alten Gesicht, das von Falten geprägt und von einer Narbe gezeichnet war. Sie konnte nicht einschlafen. Zu laut war der Regen, zu groß die Verlockung draußen den alten Mann zu suchen. Und zu angsteinflößend die Idee, der Mann mit den nackten Füßen käme in diesem Moment rauf auf ihr Zimmer. Triefend nass und entstellt durch seine Narbe im Gesicht. Auch wenn sie noch immer der Meinung war, dass sie sich alles nur einbildete. Die Flasche Wein am Abend musste ihr arg zugesetzt haben. Aber dennoch arbeitete ihr Gehirn nun auf Hochtouren – an Schlaf war gar nicht mehr zu denken – zu verstörend waren die Ideen und Vermutungen oder auch die Antworten, die sie für dieses „Ereignis“ suchte.

Das Gewitter zog weiter und auch der Regen wurde sanfter. Er war nun so leise, dass Eve ihn kaum noch hörte. Sie hörte nur noch ihren Atem und das Schlagen ihres Herzens. Sie lauschte. Spannte unwillkürlich ihren Körper an; wie ein Stein lag sie nun im Bett. Die Treppe im Flur knarzte. Schritte kamen zum Stehen. Das Kippen eines Lichtschalters vor ihrer Zimmertür ertönte. Licht drang unter der Tür hindurch ins und malte Umrisse an die Wand des Zimmers. Ein winziger Strahl, aber er genügte, um zwei nackte Füße sichtbar zu machen. Stocksteif lag sie da. Konnte ihr Herz nicht mehr hören, hielt den Atem an, die Augen weit aufgerissen.

Ein Stein. Ihre Fensterscheibe brach in Hunderte von einzelnen Scherben. Überall Scherben und inmitten ein Stein umwickelt mit Papier. Sie saß vor Schreck in ihren Kissen und spähte mit aufgerissenem Mund und einem stummen Schrei im Gesicht vorsichtig wieder zur Tür. Das Licht war noch an, aber die Füße verschwunden.

#Cut

Stickige Luft, lärmende Musik, dämmriges Licht und der Geruch von Alkohol, Schweiß und Lust liegt in der Luft. Kein Ort, an dem man sich gern freiwillig aufhält.
Doch Eve liebt diesen Ort. Sie findet ihn magisch und fühlt sich an diesem Platz der Welt endlich einmal so, wie sie sein möchte, wie sie ist. Die Anderen können es hier nur mit einer beachtlichen Menge an Alkohol aushalten; die vielen Menschen machen ihnen nämlich eigentlich große Angst. Doch keiner möchte dieses Detail wirklich preisgeben, darum wird einfach mitgemacht, es wird in dem Meer aus Menschen einfach untergetaucht, die Luft angehalten, mitgeschwommen und versucht, sich die anderen vom Hals zu halten. Doch das ist an Eve's magischen Platz ein Ding der Unmöglichkeit. Dauernd wird man angerempelt, berührt oder gar absichtlich an- und mit Hintergedanken betatscht. Wenn man hier überleben will, muss man seine Gedanken eben stumm herunter schlucken und so tun, als sei man jemand anderes. Jeder kann der sein, der er sein möchte. Das, was Eve nur hier tun kann und das, was sie hier so liebt. Ihr macht es nichts aus, gute Miene zum bösen Spiel zu machen oder sich angraben zu lassen, hauptsache sie kann sich treiben lassen, wie ein Fisch im endlosen Ozean. Hier ist Eve die Coole, die Gelassene, die, mit der jeder befreundet sein möchte. Ihre roten High Heels, ihre roten, vollen Lippen, die langen Wimpern und ihr geheimnisvoller Blick aus ihren unschuldigen, grauen Augen gepaart mit einer engen, durchlöcherten Jeans und einem schwarzen Shirt, verleihen ihr ein Selbstbewusstsein, von dem sie zu Hause in ihrem Appartement, nur träumen könnte. Nie würde sie sich dort trauen, oder gar bei einem Besuch bei ihrer Freundin, so durch die Welt zu spazieren. Doch hier, hier ist sie eine völlig andere. Hier ist Eve wie ein Magnet. Hier ist Eve Rouge.


#Cut
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©Tina ©Tina ©Tina ©Tina ©Tina ©Tina ©Tina ©Tina ©Tina 

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Uuuuuuund??????
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Sagt mir ruhig eure Meinung - Tina verkraftet das :)

Liebste Grüße,
Eure

1 Kommentar:

  1. Interessanter neuer Teil - das nach dem Cut kannte ich ja noch gar nicht!!! Es klingt echt spannend, nur verstehe ich den Zusammenhang nicht so^^

    Hab dich lieb,
    Natalie

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