Eure Meinung!

Eure Meinung ist gefragt:
Wie findet ihr diesen Text (soll das erste Kapitel von meinem neuen Projekt werden)?
ignoriert die komischen Zeichen,wie "[i]" und "[/i]"


01.Kapitel - Hello World

Ich ging mit dem schweren Beutel, in dem Milch und Eier für meine Eltern waren, durch die kleinen Gassen unseres Dorfes, während die Sonne schien und sie meine Haut leicht kribbeln ließ. Ich kam an einer kleinen Wiese vorbei, wo der letzte Rest des Schnees in dem Schein der Sonne glitzerte und dahin schmolz. Die ersten Krokusse, Tulpen und Sternhyazinthen kämpften sich durch den kleinen Schneehaufen an die Oberfläche und an den Bäumen waren viele zum zerbersten volle Knospen zu erkennen. Der Frühling war gekommen. Ich pflückte mir eine der Sternhyazinthen und steckte sie mir ins Haar. Das waren meine Lieblingsblumen.
Die Vögel sangen und leichter Wind, der mit meinen Haaren spielte, keimte auf. Ich sog alles genussvoll in mich auf und atmete einmal tief durch. Gut gelaunt schritt ich weiter, weiter in Richtung Dorfmitte zu der alten Dorfschenke. Ich betrachtete die altertümlichen Häuser, betrachtete die Blumenkästen. Die Farben des Winters verblassten, mit jedem Atemzug befreite sich die Welt aus den tristen Farben und erstrahlte in Neuen saftigen und leuchtenden Tönen.
Ich begegnete ein paar Bewohnern, die mich eingehend musterten. Meine Familie wohnte noch nicht lange hier. Erst seit wenigen Wochen. Meine Eltern hatten die alte Dorfschenke gekauft und bewirteten sie nun.
Die Alteingesessenen des Dorfes mochten uns nicht, sie verbreiteten Gerüchte über uns. Fast keiner mochte uns hier. Schon seit längerer Zeit zog keine Familie mehr in dieses Dorf, nach und nach zogen eher immer mehr Familien in die Stadt. Doch wir tanzten aus der Reihe, hielten uns nicht an die ungeschriebenen Regeln und zogen hier her. Wir wurden als ungewöhnlich bezeichnet und man munkelte einiges hinter unserem Rücken. Auch, dass wir Unheil über das Dorf bringen würden und meine Mutter und ich Hexen wären.
Alles Quatsch, wenn ihr mich fragt. Für die ganzen alten Leute, die hier hausten und warteten bis sie endlich das zeitliche segnen würden, war es nur ungewöhnlich, dass eine so junge Familie hier her zog und so etwas in diesem Dorf passierte, wie zum Beispiel die Wiedereröffnung der alten Dorfschenke und die Eröffnung des kleinen Kräuterladens meiner Mutter. Sie zerrissen sich gegenseitig das Maul über uns, doch das scherte uns wenig. Den Leuten fiel einfach nichts besseres mehr ein über das sie reden konnten. Doch zum Glück traf dies nicht auf alle Bewohner zu, denn unsere Nachbarn waren nicht viel älter als wir, lebten aber schon seit Generationen hier und waren nett und hilfsbereit. Meine Eltern freundeten sich schnell mit ihnen an.
Ich überquerte die Straße und lief entlang der Fassade der Dorfschenke. Durch die Fenster konnte ich viele Personen ausmachen, die fast alle vor ihren vollbeladenen Tellern saßen und es sich gut gehen ließen. Munteres Gelächter drang an meine Ohren und ich musste unweigerlich Grinsen. Aus den Bewohnern des Dorfes wurde man einfach nicht schlau, man konnte stundenlang über sie grübeln. Auf der einen Seite waren sie uns gegenüber sehr misstrauisch und beobachteten genau jeden unserer Schritte, aber auf der anderen Seite heuchelten sie uns etwas vor und beehrten uns regelmäßig mit ihrer Anwesenheit in unserer Gastwirtschaft. Nicht, dass mich das stören würde, ansonsten könnten wir unsere Koffer wieder packen und verschwinden, also das, was den meisten Dorfbewohnern am liebsten wäre. Und genau das verwirrte mich immer wieder auf's Neue. Vielleicht dachte ich auch einfach viel zu viel darüber nach und steigerte mich in irgendetwas rein.
Ich ging um die Ecke des Hauses und auf den Eingang zu. Ich wollte die schwere Holztür gerade öffnen, da wurde sie mir schwungvoll zuvor geöffnet und jemand trat heraus und wir liefen geradewegs ineinander hinein. Eine Tasche fiel zu Boden, ebenso mein Beutel mit der Milch und den Eiern für meine Eltern.
„Entschuldigung, das wollte ich nicht.“, „'tschuldige, ich habe nicht aufgepasst.“ Wir sprachen gleichzeitig und unsere Botschaften gingen darin unter. Ich kniete mich hin und suchte nach noch unbeschädigten Eiern. Die Milch war hin, sie ergoss sich über den halben Hof. „Warte ich helfe dir. Es tut mir Leid. Ich hätte besser schauen sollen wohin ich laufe.“, „Du brauchst dich nicht dafür zu entschuldigen, ich bin genauso daran Schuld.“ Drei Eier hatten es überlebt. Drei ganze Eier. Ich verstaute sie vorsichtig wieder in dem Beutel und erhob mich. Der Junge nahm seine Tasche an sich und tat es mir gleich. Etwas weißes versteckte er in seiner Hand. „Hier“, er hielt mir die weiße Blüte der Sternhyazinthe hin und steckte mir diese wieder ins Haar, „Die hier hast du verloren. Es wäre doch schade, wenn sie unbemerkt auf dem kalten Boden liegen bleiben würde und die anderen sie zertreten“. Ich hob meinen Blick und schaute ihm ins Gesicht während er sprach. Seine unendlich grünen Augen strahlten mich fröhlich und aufrichtig an. „Danke“, mein Mund war plötzlich staubtrocken und ich brachte nicht viel mehr als ein heißeres Krächzen heraus. „Bekommst du jetzt großen Ärger?“, er nickte mit dem Kopf in Richtung der kaputten Eier und der ausgelaufenen Milch. „Gute Frage. Ich weiß es nicht.“, „Soll ich dir beim Aufräumen helfen?“, in seinen Augen konnte ich Ehrlichkeit erkennen. Ihm tat es wirklich Leid. „Nein, nein. Brauchst du nicht. Ich schaffe das schon allein.“ Zögernd schaute er mich an. Er schien auf irgendetwas zu warten. Seine innerliche Zerrissenheit blieb vor mir nicht unbemerkt. „Okay. Na gut. Dann gehe ich mal. Wie gesagt, es tut mir wirklich Leid.“ Er drehte sich um und ging.
Ich trat ein und mir schlug die Wärme ins Gesicht, ebenso zahlreiche Gerüche nach verschiedensten Gerichten und der Lärm der vielen Unterhaltungen. Mit gesenktem Kopf schritt ich auf die Theke zu. Ich legte den Beutel auf die Ablage, schnappte mir ein Kehrblech und einen Besen und verschwand wieder nach Draußen. Dort traf mich beinahe der Schlag. Der Junge von eben kehrte seelenruhig die Eierschalen zusammen und bedachte mich beim Anblick meines Gesichtsausdrucks mit einem verschmitzten Grinsen. Ich öffnete den Mund, doch ich blieb stumm. „Ich habe momentan eh nichts zu tun und ich fühle mich einfach schuldig. Falls du mich das gerade Fragen wolltest.“ Ich schüttelte einfach den Kopf und half ihm.
Es dauerte länger als ich vermutet hatte bis wir endlich alle Ei- und Milchreste beseitigt hatten und wir uns auf die Bank vor dem Eingang der Schenke fallen ließen. „War das jetzt so schlimm, dass ich dir lediglich geholfen, wie es sich gehört?“, ich konnte sein spitzbübisches Grinsen heraus hören ohne das ich ihn anschauen musste. „Nein“, gab ich zögernd zu und musste schließlich auch Lächeln. Ich schwieg.
„Verrätst du mir deinen Namen?“, ich musste unweigerlich an die Worte meiner Mutter denken. [i]Dein Name ist dein größter Schatz, meine Kleine. Hüte ihn und vertraue ihn nur besonderen Menschen an. Wähle dir sorgfältig die Menschen aus, den du deinen Namen anvertrauen möchtest. Nicht jeder ist würdig ihn zu kennen. Ich weiß, das ist eine große Bürde. Doch vertraue mir.[/i]
„Nein. Das ist ein Geheimnis“, ich sah ihn ernst an. Er schien mich verstanden zu haben, denn er glaubte mir, dass ich ihm meinen Namen nicht sagen würde.
„Okay“, er zog das -o in die Länge und schwieg einen Moment. Er überlegte, das erkannte ich an seinem Gesichtsausdruck. Vielleicht wollte er mir jetzt einen falschen Namen auftischen, doch ich würde ihn durch schauen. Ich wusste immer, wenn jemand mich anlog oder mir etwas wichtiges verheimlichte. Ohne Ausnahme.
„Ich verrate dir aber meinen Namen Schneeglanz. Ich heiße Julian, ich weiß kein besonderer Name. Aber besser als gar keiner“. Hatte er mich gerade [i]Schneeglanz[/i] genannt? „Ich heiße nicht Schneeglanz“, „Stimmt. Aber ich kenne auch nicht deinen richtigen Namen, also habe ich beschlossen dich Schneeglanz zu taufen. Irgendwie muss ich dich ja nennen. Und deine Blume im Haar hat genau gepasst. Oder soll ich dich lieber [i]Sternhyazinthe[/i] nennen?“, er lächelte abermals verschmitzt. Dieses schlaue Kerlchen! Die Tür der Schenke wurde geöffnet und eine Gruppe von Leuten verließ sie laut lachend und in Gespräche vertieft. Das Schlussbild bildete meine Mutter. Anscheinend hatte sie immer noch auf mein Kommen gewartet. „Du bist ja schon da Liebes! Wir warten schon die ganze Zeit auf dich. Was machst du überhaupt hier und wo sind die Eier und die Milch?“, „Ich komme ja, die Eier habe ich schon reingebracht“. Meine Mutter winkte mich rein. „Nun komm schon! Wir können jede helfende Hand drinnen gebrauchen“, sie ging rein. „Tja, ich muss dann mal rein“, druckste ich herum. „Tschüs und Danke für deine Hilfe“, „Immer wieder gern“, Julian stand auf und ging. Hoffentlich nach Hause. Ich öffnete die schwere Holztür und trat in die Stube ein. Die Wirtschaft war immer noch gut besucht, doch es lichtete sich langsam alles wieder. Ich fand meine Mutter hinter der Theke. Sie wirkte gestresst und müde. „Mom? Ich muss dir was gestehen“, sie schaute auf und blickte mich verärgert an. „Was ist passiert? Raus mit der Sprache!“. Ich nahm den Beutel von der Ablage und hielt ihn ihr hin. „Das ist alles was noch übrig geblieben ist. Es tut mir Leid.“ Sie öffnete den Beutel und rang um ihre Fassung. „Drei Eier-“, sie senkte ihre Stimme- „Drei Eier! Wo sind die restlichen? Und die Milch? Wie sollen wir denn so für morgen das Frühstücksbuffet herrichten?“. „Ich war beim Bauer und hab die Eier und die Milch abgeholt, doch in dem Moment als ich die Tür hier öffnen und eintreten wollte, kam Julian heraus und wir sind ineinander gelaufen. Die Milch ist dabei ausgelaufen und die Eier sind auf den Boden gefallen. Es tut mir Leid“. „Das... Nein, wie sollen wir nur...Ach herrje! Geh bitte einfach nach Hause. Wir reden heute Abend noch einmal miteinander“, schuldbewusst schaute ich meine Mom an und ging nach Draußen. Dunkle Wolken waren aufgezogen und versperrten der Sonne ihren Weg. Ich schlenderte langsam durch die verlassenen, kleinen Gassen und wusste nicht so Recht, was ich jetzt tun sollte. Es war ein Versehen. Hausarrest würde ich keinen bekommen. Dennoch, was sollten meine Eltern morgen für das Sonntagsbuffet ihren Gästen zum Frühstück anbieten? Es war ein dummes Missgeschick mit verheerenden Folgen. Na gut, vielleicht doch nicht so schlimm. An unserem Grundstück angekommen, lief ich die Einfahrt hoch und erstarrte. An der Haustür hing ein kleiner Zettel, der aus einem Ringbuch achtlos herausgerissen worden war und nun an der Tür klebte.
[i]Morgen Nachmittag um drei an der Kirche – unter der alten Eiche in der Nähe vom Feld. Bring dein Fahrrad und was zu Trinken für dich mit. Wir werden eine kleine Tour machen! Ich freue mich schon, Julian[/i] 


Und wie hat euch das Kapitel gefallen? Ich fände es echt toll, wenn ihr mir ein paar Rückmeldungen (auch ggf. Kritik) hinterlassen könntet ;)



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