Bittersweet


Bittersweet


Wer bin ich?
Wo bin ich?

Die kalten Fänge der Dunkelheit zerren an meinem Nachthemd, greifen mit ihren eiskalten Klauen nach meiner zerrütteten Seele.
Schrilles Gelächter dringt an meine Ohren; Schreie des Schmerzes und des Bösen.

Rauch steigt in meine Nase, ich atme widerwillig ein; meine Brust hebt und senkt sich qualvoll und ich  schreie vor Schmerz, der Rauch zerfrisst mein Inneres.

Ich renne weiter, weiter in die Dunkelheit-
Ich muss es schaffen!
Ich kann es schaffen!

Doch sehe ich nicht, wohin mich nackten und wunden Füße tragen?
Alles in mir schreit danach umzukehren.
Ich drehe meinen Kopf um, doch alles was ich sehe, wird von einer endlosen und undurchdringlichen Schwärze verhüllt.

Die Stimmen folgen mir, werden lauter.
Schweiß rinnt mir den Rücken hinab, Schweiß gezeichnet von der Angst und der tiefen Verzweiflung.

Ich renne, laufe um mein Leben.
Trete auf einen Stein und stolpere.
Verliere mein Gleichgewicht.
Schlage mir meine Knie auf und mein Kopf schlägt gegen einen Felsen.

Ein stechender Schmerz durchfährt meinen Körper wie ein greller Blitz.
Schummrig versuche ich auf zustehen.
Ich bin wie gelähmt.
Mein Körper gehorcht mir nicht mehr.
Meine Knie brennen, an meiner Stirn läuft feines salziges Blut hinab.
Ich keuche erschrocken auf.
Meine Haare kleben schweißgetränkt in meinem Gesicht.
Staub und Dreck bedecken meinen Körper.

Ich werde panisch.
Ich muss hier fort!
Ich versuche zu schreien, vielleicht hört mich jemand!
Ein stummer Schrei, kein Laut entweicht meiner Kehle.
Durst.

Ich  spüre einen leichten Windhauch in meinem Gesicht.
Die schrecklichen Schreie und Stimmen verklingen.
Das Geräusch von Krallen, die langsam über eine glatte Oberfläche kratzen, zerreißt die Stille.
Jemand steht vor mir.
Ich kann ihn nicht sehen, doch ich spüre seinen modrigen Atem.
Spüre seinen starren Blick auf mir, spüre seine eisige Kälte, die er mit sich gebracht hat.
Schwarz in schwarz und sein Atem stoßweise in meinem Nacken.

„Du!“, röchelt es.

Panisch versuche ich etwas in der Dunkelheit erkennen zu können.
Nichts.
Ich halte den Atem an.
Meine Lunge schmerzt, schreit nach Luft.

Raue, kalte Hände umfassen mein Gesicht.
Ich keuche abermals auf.

„Tod!“

Ein Ruck, gefolgt von einem Schmerz durchfährt meinen Kopf bis hin zu meinen Zehenspitzen.
Ich spüre meinen Körper nicht mehr.
Ich spüre nur meinen laut pochenden Kopf und wie das Blut daraus hervorquellt.
Ich schreie wie am Spieß.
Vor Angst.
Vor Verzweiflung.
Vor... Verwunderung?

Ich blicke hinab auf meinen leblosen Körper ohne Kopf.

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